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Die Theresienstädter Initiative ist eine Vereinigung von Überlebenden des Holocaust in der
Tschechischen Republik. Ehemalige jüdische Häftlinge von Theresienstadt sowie jüdische
Häftlinge aus anderen Konzentrationslagern des Dritten Reichs, begannen sich, nach der Wende
, in eigenen, unabhängigen Organisationen
zusammenzufinden. Die Theresienstädter Initiative wurde 1991, anlässlich des 50. Jahrestages
des ersten Deportations-Transports von Prag nach Litzmannstadt, gegründet. Für viele ehemalige
Häftlinge war dies nach langer Zeit die erste Gelegenheit, ihre Mitgefangenen und Freunde
wieder zu treffen.
Die wesentliche Aufgabe der Theresienstädter Initiative liegt darin, die tschechischen Holocaust-Überlebenden zu repräsentieren, sie sowohl in juristischen als auch in anderen, die Verfolgung während des 2. Weltkriegs betreffende Fragen, zu unterstützen und schließlich ihren Einfluss in der tschechischen Öffentlichkeit zu stärken. Die Theresienstädter Initiative bemüht sich darüberhinaus, hinsichtlich einer gewissen Lebensqualität, um soziale und gesundheitliche Hilfe für ihre Mitglieder. Außerdem organisiert bzw. unterstützt die Initiative kulturelle Veranstaltungen, die in irgendeiner Art und Weise den Holocaust oder das Theresienstädter-Lager thematisieren.
Die Theresienstädter Initiative bemüht sich, das Gedenken an den Holocaust fortzusetzen und den Opfern des Nazi-Regimes in einer angemessenen Weise zu gedenken. Sie versucht weiters die Schoah im tschechischen Schulwesen zu verankern. Im Allgemeinen geht es der Theresienstädter Initiative um ein gesteigertes Bewußtsein innerhalb der tschechischen Öffentlichkeit für Themen des Holocaust. Zur Zeit laufen diesbezüglich zwei größere Projekte. Die Initiative organisiert Studienreisen für tschechische Schulklassen in das Lager Theresienstadt und arbeitet in einem zweiten Projekt an der Errichtung einer Web-Seite auf der Interessierten der Bereich der Holocaust-Education nähergebracht werden soll. Mitglieder der Theresienstädter Initiative stellen sich auch immer wieder für Zeitzeugengespräche an tschechischen und ausländischen Schulen zur Verfügung.
1992 gründete die Theresienstädter Initiative ein eigenes Intitut, das sich seither der wissenschaftlichen Thematisierung der Geschichte Theresienstadts und der Judenverfolgung im Protektorat während der Okkupationszeit, widmet. Der ursprüngliche Name des Instituts Stiftung Theresienstädter Initiative wurde 1998 in Institut Theresienstädter Initiative (Institut Terezínské Iniciativy) umbenannt.
Die Theresienstädter Initiative veröffentlicht einen eigenen Newsletter Terezínská iniciativa, der die Mitglieder über alle wichtigen Ereignisse, Neuigkeiten, kulturelle Ereignisse usw. informieren soll. Ebenso ist dieser Newsletter ein Forum für die Veröffentlichung verschiedenster Mitteilungen von Zeitzeugen und er soll ehemaligen Häftlingen die Möglichkeit bieten Kontakt zu verlorengegangenen Verwandten, oder ehemaligen Mithäftlingen zu suchen. Der Newsletter wird seit dem Jahr 2000 auch im Internet publiziert.
Die Theresienstädter Initiative wird von einem Ausschuss von ungefähr 20 Repräsentanten, die jedes Jahr von den Mitgliedern gewählt werden, geleitet. Den derzeitigen Vorstand der Theresienstädter Initiative hat PhDr. Dagmar Lieblová über. Laut der Statuten des Vereins konnen alle Überlebenden des Holocausts, die in der Tschechischen Republik leben oder gelebt haben, oder in Theresienstadt inhaftiert waren, sowie deren Familienmitglieder, dem Verein beitreten.